Blog vom Glocknerhof - rote Blumen, Rosen

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Die Wiederentdeckung der Edelkastanie

Die Edelkastanie - im Volksmund "Keschtn" genannt – ist auf den Sonnenhängen des Oberdrautals seit über zwei Jahrtausenden heimisch. In Berg im Drautal soll ihr jetzt ein Denkmal gesetzt werden und ein eigener "Edelkastanienweg" entstehen.

Hierzu werden an ausgewählten Standorten entlang der Dorfstraße beginnend beim Bahnhof bis ins Ortszentrum beim Kriegerdenkmal (Gasthof zur Schmiede) mehrere Edelkastanien gepflanzt. Weitere Kastanienbäume werden entlang der Straße bis zum Glocknerhof und von dort bis zur Aussichtswiese am "Klock" gepflanzt, der für seine Kastanien bekannt ist.

Edelkastanie Denkmal - Berg im Drautal

Projekt von Alfons Pirker: LebensMal 500 cm x 400 cm Model 1:10 

Die Bepflanzung und Pflege der Bäume wird von der Interessensgemeinschaft Edelkastanie Oberes Drautal übernommen, die Kosten für die Bäume über Baumpatenschaften und Mitgliedsbeiträge finanziert. Zudem will der Verein alljährlich ein „Keschtnfest“ veranstalten, verspricht der Initiator Alfons Pirker.

Oberdrautal ein Hotspot

Die Edelkastanie wurde in der Antike von den Etruskern und Römern nach Mitteleuropa gebracht und spielte bis in die Neuzeit eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Sie lieferte Bau- und Brennholz sowie Pfähle und Stangen für den Wagen-, Wein- und Hopfenbau. Ihre Früchte waren beliebt wie die Nüsse, und wurden für die Brotbereitung und als Viehfutter verwendet. Der Baumstamm erreicht eine Höhe von bis zu 25 Meter.

Edelkastanienwälder wurden in Österreich häufig als Niederwald bewirtschaftet, in Kärnten kommt die Edelkastanie vor allem in Sonnenlagen, an Waldrändern und rund um Burgen und Schlösser vor, weshalb man davon ausgeht, dass sie aktiv gesetzt und bewirtschaftet wurde. Ähnlich wie die Miniermotte bei den Rosskastanien hat aber auch die Edelkastanie mit einer schweren Krankheit zu kämpfen. Seit den 1960er Jahren hat der "Kastanienkrebs", ein aus Japan stammender und über Nordamerika nach Italien eingeschleppter Pilzparasit, zum Niedergang ganzer Kastanienwälder geführt.

Die Edelkastanie kommt im Oberdrautal in vielen verschiedenen Arten vor, von der Strauchform bis zur Baumform mit ausladender Krone, und mit jeder Menge geöffneter, stachelbewehrter Fruchthüllen in leerer Form. Größere Bestände gibt es am Kerschbaum oberhalb von Greifenburg. Meist tritt die Castanea als Einzelbaum auf oder bildet kleinere Bestände aus. Ihre Früchte sind deutlich kleiner als ihre Verwandten (Maronen) in der Steiermark, in Südtirol oder Italien, aber dafür schmecken sie umso besser.

Quelle: Wilfried Rober Franz, Untersuchungen zur Populationsgröße von Castanea sativa– Beständen in Kärnten, 2006

Hier alle Details zum Projekt von Alfons Pirker:
LebensMal Flyer
Projektinstallation LebensMal

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