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Europaschutzgebiet Oberdrautal

Obere Drau als Europaschutzgebiet in Ramsar-Liste aufgenommen

Die Obere Drau wurde jetzt als "Europaschutzgebiet" in die Ramsar-Liste aufgenommen. Basis dafür war der Rückbau des Flusses in den letzten Jahren. So wurde das "steinerne Korsett" auf weiten Strecken aufgegeben, um dem Gerinne samt Flora und Fauna wieder mehr Platz und Freiheit zu geben.

Das Ramsar-Abkommen wurde am 2. Februar 1971 in der iranischen Stadt Ramsar geschlossen und von 168 Staaten unterzeichnet. Deshalb ist der 2. Februar auch der „Weltfeuchtgebietstag“. Weltweit gibt es über 2600 Ramsar-Schutzgebiete mit einer Fläche von über 2,8 Mio. Quadratkilometern. Die Ramsar-Konvention führt nicht zur Unterschutzstellung des ausgewiesenen Gebietes, sondern verpflichtet die Teilnehmerstaaten, Maßnahmen zu setzen, um die Biodiversität zu erhalten. Denn „Feuchtgebiete sind die am meisten bedrohten Kulturräume“, erklärt Wolfgang Pelikan, der Vorsitzende des österreichischen Ramsar-Komitees.

Der „Startschuss für die Befreiung der Oberen Drau“ erfolgte Anfang der 1990er Jahre mit den Life-Projekten zum Rückbau der Drau. Etappenweise wurde die Drau verbreitert und neue Lebensräume für schutzwürdige Lebewesen gebildet. Über elf Millionen Euro wurden investiert, unterstützt von EU und Bund. Die „befreite“ Drau ist mittlerweile Vorbild für weitere Flussrückbauten. Beim europäischen Flussrückbaukongress 2013 landete das Projekt im Spitzenfeld. Viel Lob gab es daher für die Beteiligten des Vorzeigeprojektes. Der Naturschutzbeirat erinnerte an die Bürgeraktion für die Erhaltung des Lebensraumes Drautal, die 1986 mit einer Protestaktion zum Umdenken anstieß.

Die Ramsar-Konvention bezeichnet das Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung, besonders als Lebensraum für Wasser- und Watvögel. Es ist ein völkerrechtlicher Vertrag, dessen Ausarbeitung von der Unesco eingeleitet wurde und eines der ältesten internationalen Vertragswerke zum Naturschutz. In Österreich gibt es mit der „Oberen Drau“ 23 Ramsar-Schutzgebiete, in Kärnten fünf. Das Ramsar-Gebiet Obere Drau erstreckt sich von der Landesgrenze zu Osttirol bis zur Stauwurzel des Kraftwerks Paternion. Die rund 70 Kilometer lange Fließstrecke bietet dank der umfangreichen Umbaumaßnahmen vielen seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten wertvollen Lebensraum. (Helmut Stöflin)

Information des Naturschutzbundes
Arge Naturschutz
Land Kärnten
Bezirkszeitung
Lebensministerium

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