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Kein Anglerlatein: Der Rekord-Amur aus dem Weißensee

Weißensee-Rekord-Amur © Carmen Strasser

Kein Anglerlatein
Der Rekord-Amur aus dem Weißensee

Der nahegelegene Weißensee ist nicht nur der höchstgelegene Badesee der Alpen (930 m), sondern auch für seinen Fischreichtum bekannt. 6,5 Quadratkilometer Fläche, 11,6 Kilometer Länge, bis zu 900 Meter breit und bis zu 99 Meter tief und nur ein Drittel des 23 Kilometer langen Ufers bebaut (der Rest steht unter Natur- und Landschaftsschutz) – das sind die idealen Voraussetzungen für ein langes Fischleben.

Mit Sichttiefen von bis zu 6 Metern, Temperaturen bis zu 24 Grad im Sommer und aufgrund seiner Top-Wasserqualität gilt der See als hervorragendes Fischgewässer. Schon seit dem Mittelalter ist der Weißensee für seine Seeforellen bekannt, in der Neuzeit wurde durch künstlichen Besatz mit anderen Fischarten wie Flussbarsch, Karpfen oder Hecht die Attraktivität als Angelgewässer gesteigert. Durch den entstehenden Konkurrenzdruck starben aber auch einige ursprüngliche Arten wie Gründling oder Elritze aus.

Auch der ursprünglich aus China stammende Amur, also der „Graskarpfen“, ist inzwischen im Weißensee heimisch und wird von den hiesigen Profi-Anglern fleißig befischt, so auch von Hans Walker vom Reiterhof und Gästehaus Nemast in Techendorf. Mitte Juni biss ein Rekord-Amur gegen halbneun Uhr am Abend an. Nach einem Drill von 25 Minuten legte er den kapitalen Fisch auf die Schuppen: 26,9 Kilogramm wog das Tier.

Ein so großer Amur ist durch seine Lebenserfahrung schlau und sicher schon einige Male vom Haken gekommen, ist Walker sicher. Hier landete der „listige Hans“ aber einen geläuterten, vorsichtig gewordenen Prachtkerl. Umso mehr gebührt ihm das Prädikat „Weltklasse“: Schonender Drill, behutsames Anlanden und Hakenentfernen sind die Devise – im Anschluss daran die Rückversetzung ins Wasser. Petri Heil!

Zum „Wassermähen“ eingesetzt

Der erste Besatz im Weißensee erfolgte übrigens im Jahr 1968. Der Amur sollte damals die vermehrt auftretenden Wasserpflanzenbestände wie Tausendblatt, Fadenalgen etc. dezimieren, was er auch erfolgreich tat. Seit den 1980er Jahren wird er nicht mehr nachbesetzt und hat sich daher auch nicht mehr wirklich vermehrt. Besonders im Westteil führte die Bestandsabnahme wieder zu einer deutlichen Zunahme des Tausendblattes, wovon andere Jungfischarten und somit auch die Raubfische profitieren. Der letzte Rekord-Amur wurde im August 2007 gefangen, er wog knapp 20 Kilogramm, bei einer Länge von 107 cm. (ws)

Mehr zur Fischerei am Weißensee: http://www.weissensee-kaernten.at/page/49.html
und in der Drau: http://www.glocknerhof.at/angeln.html

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