Blog vom Glocknerhof - rote Blumen, Rosen

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Kunterbunte PopArt-Welt in Gmünd, Kärnten

Popart Künstler James Rizzi bei der Kunstausstellung Gmünd in Kärnten
Foto (c) James Visser

Bilder des New Yorker Künstlers James Rizzi (1950-2011) und einiger seiner berühmten Pop Art-Kollegen sind derzeit in der Stadtturmgalerie der Künstlerstadt Gmünd zu sehen, nur 30 Minuten vom Hotel Glocknerhof entfernt. Die Ausstellung und die kleinste Stadt Kärntens mit ihrem Porsche-Museum ist ein Erlebnis für die ganze Familie im Urlaub.

Pop Art ist leicht zu erklären, zu verstehen und auch so beliebt wie keine andere Kunst. Sie ist eben "popular", aber nicht volkstümlich, also well-liked, stylish, modern und fashionable. Lustig, knallig, einfach und hip. "Hip" wie das Wörtchen selbst, das in den 1960er Jahren mit den Hippies auftauchte, als (nach einem geraumen Vorlauf) alle Ingredienzien für Pop Art auf dem Tisch waren und die Frage gestellt wurde, ob Pop denn Kunst sei. Durchgehend konstant blieb der Applaus für die Oberfläche einer antielitären Kunst. In philosophische Höhen gehoben wurde die Debatte mit Jean Baudrillard, der davon ausgeht, dass gegenwärtig Realität nur mehr simuliert werde, was Simuliertes und Wirklichkeit zunehmend ununterscheidbar mache. Demnach würden Bilder der Pop Art also so etwas wie Hyperrealität erzeugen.

James Rizzi und Adolf Walla

Doch egal, wie man dem Phänomen begegnet, eines bleibt und überzeugt: Die Unmittelbarkeit, mit der die Pop Art so ziemlich alles, was sich zwischen Himmel und Erde sowie darunter und darüber befindet, ins Bild rückt. Und das seit weit mehr als 70 Jahren. Im Gmündner Stadtturm kann man sich davon überzeugen. Die kunterbunte Welt des Amerikaners James Rizzi, die den Schwerpunkt der Schau bildet, wird kaum wen unberührt lassen. In subtil aufgebauten, ungemein kleinteiligen Bildern stellt Rizzi vor allem den Alltag in New York dar, mit unzähligen Menschen, Autos, Hydranten, Leuchtreklamen, Spielplätzen und Hotdog-Buden. Da ist das Schauen gefordert, denn immer ist unglaublich viel auf engstem Raum versammelt - ein unverwechselbares Markenzeichen, das Rizzi den Titel "Urban Primitive Artist" einbrachte – durchaus vergleichbar mit einem Adolf Walla, der mit seinen Arbeiten in der Psychiatrie Gugging Furore machte. Von Kindern geliebt und von Sammlern hoch begehrt erreichten hingegen Rizzis Werke am Kunstmarkt schwindelerregende Preise. Inzwischen zieren Rizzis Grafiken längst viele Gebrauchsartikel und sind so beispielsweise auf Turnschuhen, Handtaschen, Regenschirmen und Sparbüchsen zu finden.

3D-Bilder

Besonderer Reiz geht von Rizzis 3D-Bildern aus, bei denen er in einem raffinierten Verfahren mehrere Bildebenen wie Theaterkulissen stapelt. Durch Schaumstoffbrücken voneinander getrennt, bilden sie Vordergrund/Hintergrund-Konstruktionen, die Schatten werfen und damit plastisch wirken. Rizzis zeichnerisches Werk erlebt besonders in Deutschland großen Zuspruch. Denn: "Nothing is as pretty as a Rizzi City". Da muss man Tiefsinn nicht suchen, denn die Pointen liegen zuhauf frei herum. Eingerahmt wird die Werkschau Rizzis von den bekanntesten Vertretern der Pop Art wie Keith Haring, Andy Warhol, Tom Wesselmann, Mel Ramos, Robert Indiana und Roy Lichtenstein. Und natürlich sind auch die Ikonen der Pop Art zu sehen wie Warhols Marilyn Monroe oder Harings tolle Männchen. Zur Ausstellung gibt es ein umfassendes Kunstvermittlungsprogramm. (ws/KZ)

Mehr dazu unter http://www.stadtgmuend.at/kuenstlerstadt-gmuend/bildende-kunst-ausstellungen/galerie-im-stadtturm/

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