Blog vom Glocknerhof - rote Blumen, Rosen

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Warum die Kärntner so gern singen

Männergesangsverein MGV Berg im Drautal

Warum die Kärntner so gern singen

Das Singen liegt dem Kärntner im Blut, für die Menschen in diesem Land ist es ein Ausdruck ihrer Seele. Die Kärntner singen, wenn sie ihre Freude zeigen wollen, sie singen bei der Arbeit und suchen sogar Trost im Singen, wenn ihr Gemüt schwer ist, und von Traurigkeit und Schmerz berührt. Kärnten, weit über die Grenzen hinaus als Land der Lieder und der Sänger bekannt, verdankt seinen Ruf einer Tradition, die bereits im 15. Jahrhundert in den Reisetagebüchern des Paolo Santonino erwähnt wird. Erste schriftliche Zeugnisse des Volksgesanges tauchten Anfang des 19. Jahrhunderts auf.

Warum unsere Landsleute so gerne singen, ist noch nicht erforscht. Sicher aber ist, dass es den ganz typischen mehrstimmigen oft sehr melancholischen Gesang nur hier gibt. Als die “Väter” des Kärntnerliedes gelten die Sänger des 1847 gegründeten “MGV Klagenfurt”, die das ursprünglich als Sololied mit Klavierbegleitung bestehende Lied in Männerquartettbesetzung sangen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der “St. Veiter Kreis” Wegbereiter des neuen Kärntnerliedes, das in seinem Ursprung einzigartig geblieben ist. Über 600 Kärntner Chöre sind heute die Träger des Kärntnerliedes, das dem Kärntnerlied thematisch und klanglich ähnliche slowenische Lied wird im Unterkärntner Grenzgebiet gesungen.

Berger Sänger mit Tradition

Bald 125 Jahre – auf diese lange Zeit blickt der Männergesangsverein "Harmonie" in Berg im Drautal schon zurück. Gegründet 1893 von sangesfreudigen Bauern rund um den erst 18jährigen Ernst Pichler und seinem Freund Balthasar Fercher wuchs der Verein rasch zu einer unverzichtbaren Stütze des Berger Kulturlebens heran, mit Auftritten im ganzen Oberland, bei Kirchfesten, Hochzeiten und Begräbnissen. Nur während des Ersten Weltkriegs verstummte der Chor, bevor er vom zugereisten jungen Lehrer und Chorleiter Friedrich Mühlböck 1919 wieder auf die Beine gestellt wurde.

Nach einer weiteren "Zwangspause" im Zweiten Weltkrieg, die der inzwischen "gealterte" Volksschuldirektor Mühlböck neuerlich beeendete, erhielt der MGV eine eigene Sängerfahne. Dank der Spendenfreude der Bevölkerung gelang es, die reich bestickte Fahne mit dem neuen Vereinswappen am 7. September 1952 anzukaufen und einzuweihen. Unsere Oma Hilde war mit dabei als Fahnenpatin, 20jährig, der Fahnenjunker Johann Hueter war fünf Jahre älter – aber Oma war ohnehin schon dem Adi versprochen.

Jubiläen, Plattenaufnahmen und Berger Tracht

1968, zur 75 Jahre Feier des MGV Berg, feierten Einheimische, Gäste, Gönner und Freude mit dem damaligen Chorleiter und Volksschuldirektor Bernhard Aigner. Auch in den folgenden Jahren gab es zahlreiche Auftritte: Viele Heimatabende am Glocknerhof, Geburtstags- und Jubiläumfsfeiern, geistliche Konzerte in Kirchen, die Mitwirkung bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft an die Altbürgermeister August Ortner und Paul Pirker (1984), sowie beim diamantenen Priesterjubiläum von Pfarrer Raimund Scheiber (1989), außerdem viele Besuche bei Gastchören in Deutschland und Italien und gemeinsame Ausflüge.

Auch eigene Tonträger veröffentlichte der Chor – 1981 mit dem Titel "Fröhlich in die Welt hinein" erschien die erste Musikkassette, 1986 mit "A Liadl für Di'h" die erste Schallplattenaufnahme. 1999 brachten die Berger die erste CD heraus: "Im Garten blüh'n drei Rosen", die Präsentation erfolgte bei einem Liederabend am 4. April. Das 100-Jahr-Jubiläum geriet zu einem großen und unvergesslichen Fest, von dem die Berger noch heute schwärmen. Zu diesem Anlass präsentierte sich der MGV auch im neuen Gewand - der "Berger Tracht".

Der Höhepunkt im Sängerjahr

Höhepunkt des Sängerjahrs ist der alljährliche Liederabend am Ostersonntag im Mehrzweckhaus Berg, bei dem das aktuelle Liedprogramm präsentiert wird. Er findet heuer am 5. April 2015 statt.

Mehr zum MGV Berg sowie Gesangsproben.
Mehr zum Singen in Kärnten.

Internationales Sängerfest Kärnten 2015 - Chorfestival "Singen in den Bergen"


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