Teich mit Seerose

Sensopark Berg im Drautal

Entdecke deine Sinne

Sensopark Berg im Drautal

Die ersten „senso-meditativen“ Wege von Berg im Drautal wurden zu Beginn der 1990er kreiert, als Antwort auf den aufkommenden Wellness-Boom. Das Wegenetz soll zusammen genommen einen Kneipp-Park oder „Frischzellen-Parcours“ begründen und dazu dienen, sich meditativ zu finden und eins zu werden mit der Natur.

Senso kommt vom lateinischen "Sensum" und bedeutet soviel wie Sinn, Verstand, Empfindung, Gefühl als etwas Vernünftiges und Bedeutsames. Und der Natur „Sinn geben“ heißt nichts anderes als sie wieder begreifen lernen. Durch Meditation und Konzentration soll sich der Geist dabei beruhigen und sammeln können.

Sensopark - fünf senso-meditative WanderungenDie Wege geht man am besten allein oder zu zweit, um sie wahrhaft zu erfahren und "senso-meditativ" - also mit Verstand und Gefühl – zu verinnerlichen. Dies zu vermitteln ist Anliegen der Begründer des Senso-Parks, ein Kollegium aus Bergfexen und Kräuterfreaks, die bewahren und erhalten wollen, was uns die Eltergeneration vererbt hat.

Im Büchlein "Sensopark" sind die insgesamt 5 Wege ausführlich beschrieben und mit meditativen Übungen für Körper und Seele ausgebaut worden. Das Buch ist für Euro 7,- an der Rezeption vom Glocknerhof und im örtlichen Tourismusbüro erhältlich und kann auch direkt mit einer online Zimmerbuchung mitreserviert werden.

Alfonso Meriano

Der Paracelsus-Weg

Der Paracelsus-Weg
4 Wanderer Comic
Die vier Wanderer

Paracelsus, eigentlich Theophrast von Hohenheim (1493-1541), wurde 1515 im italienischen Ferrara zum Arzt promoviert und praktizierte lange Jahre in Kärnten und Salzburg. Er betonte in seiner Schrift "Über die Medizin" die vorbeugende und heilende Wirkung einer naturgemäßen Lebensweise; Erhaltung und Pflege der natürlichen Lebenskraft waren Grundsatz seiner Lehre. Den wirklichen Arzt, meinte er, macht erst die Erforschung der Natur. In seinem Therapieschatz bevorzugte er einfache, heimische Heilmittel, weil er glaubte, dass Gott in jedem Land auch Heilkräuter wachsen lasse, die gegen dort auftretende Krankheiten wirksam wären.

Eine senso-meditative Morgenwanderung

Der Paracelsus-Weg ist ein geschlossener Kreis aus 12 Stationen, für den man ein einige Höhenmeter und kalte Bäder überwinden muss. Daher bitte Badetücher und Jause mitnehmen. Er wird am besten mit einer Mischung aus Schweigen auf den ansteigenden Passagen mit dem Austausch von Sinneserfahrungen an den Rastplätzen begangen.

Ausgangspunkt ist das Dorfplatzl in Berg, die Brücke am Berger Wildbach, von wo aus man die ersten Talsperren im Norden überschauen kann. Von hier aus marschieren wir Richtung Postamt und dann links hinauf durch das Dörfl, vorbei am Ährenhof, dem Kriesmayr Wegkreuz und an neuerbauten Häusern in den Grabenwald.

Station 1 - 4
4 Wanderer Atemübung
Atemübung

1. Station: Graf’n Säge - Atemübung

Von der Säge im Graben ist nicht mehr viel zu sehen, jedoch breitet sich davor eine einsame Wiese aus, die in der Morgensonne herrlich dampft. Sie ist ideal für eine Atemübung. Stellen Sie sich in die Grätsche, werfen Sie die Arme in die Luft, recken den Kopf aus dem Hals und atmen Sie tief ein. Dann dehnen Sie die Muskeln und versuchen den Himmel zu erklimmen. Nach der Streckübung lassen Sie sich zusammenfallen, beugen Sie sich vornüber, Hände, Arme und Kopf zwischen den gegrätschten Beinen ausschütteln und die verbrauchte Luft rauspusten. Und das gleich fünfmal hintereinander, bis das Blut in den Schläfen pulsiert. So kommen wir in Fahrt. Danach im Stehen laufen, mal mit den Knien zur Brust, mal mit den Fersen ins Gesäß, im Stehen "wedeln", rechts-links, vorwärts, zurück, und wiederholen.

2. Station: Wildbachweg – Moose tasten

Auf dem Wildbachweg zum Wasserfall folgt Übung 2, das Ertasten von Polstermoos, Farn und Flechten, und das barfuß! Das bedeutet: Wanderschuhe und Socken ausziehen, und die Moose auf dem weichen und feuchten Waldboden fühlen; mindestens zehn Minuten lang gehen, die Wanderschuhe in der Hand, von Moos zu Moos, von Flechte zu Flechte und den Waldboden mit den Fußsohlen ertasten. Wattige Moose, auf denen man zentimetertief einsinkt, Sandböden dazwischen, Kräuter, umgestürzte Bäume und Fichtennadeln. Zurück bleiben frisch durchblutete Füße, die wir dann ausgiebig frottieren, bevor wir sie wieder in den Bergschuhen verstauen. Das Gefühl im Schuh ist nun anders, viel lebendiger.

3. Station: Wasserfall – Vollbad mit Fichtenreisig

Vollbad mit Fichtenreisig - Paracelsus-WegVor der Ankunft beim großen Wasserfall sammeln Sie am besten Fichtenreisig. Zu Füßen der Wasserwehr findet sich ein seichtes Wasserbett, am Anfang der Holzbrücke über den Bach steht eine Ruhebank. Legen Sie nun das Wandergewand auf der Bank ab und durchqueren Sie die eiskalten Fluten. Danach mit dem Reisig geiseln. Dann zurück in den kalten Wasserfall, zum erneuten Latschen. Der ganze Organismus bebt, das Blut schießt in den Kopf. Sie fühlen sich wie neu geboren, klar im Geist und frisch im Körper. Die Methode ist einfach: Mit dem Urschrei, aus Leibenskräften herausgebrüllt, überwindet man den Schock der Kälte. Die Haut zieht sich zusammen, man verliert jedes Gefühl für Temperatur. Das "Latschen" hilft dem Körper, sich zu entspannen, fördert die Durchblutung und regt den Kreislauf an. Das ganze zwei oder dreimal hintereinander praktiziert bringt Lebensenergie. Freilich: Leuten mit Herzschwäche ist die Übung nicht zu empfehlen. Da reicht auch schon ein Fußbad.

4. Station: Waldbank – Meditation

Waldbank Meditation

Der Wildbachweg geht noch einige hundert Meter weiter in den tiefen Graben hinein; folgen Sie aber dem steilen und schmalen Pfad bergan: den Nadelsteig. Der "Wadelbeißer" ist schnell überwunden und geht dann in einen ebenerdigen Viehtrieb über, an dessen Beginn ein Bankerl steht. Auf diesem Rastplatz lassen wir uns nach dem anstrengenden Pfad für eine kurze Meditation nieder. Wir setzen uns entspannt hin und spitzen die Ohren, um dem Wald zu lauschen. Zuerst den Vogelstimmen, dann dem leichten Wind, der über die Blätter streicht, vielleicht dem Pochen eines Spechtes. Der dumpfe, weiche Erdboden verschluckt jedes Geräusch, je länger man schaut, hört und den frischen Harzgeruch des Waldes einatmet, desto tiefer taucht man ein in die Seele und das Unterbewusstsein. Zehn bis fünfzehn Minuten regungslos, ganz konzentriert merkt man, wie man sich langsam in sein Innerstes zurückzieht und mit der Umgebung zusammenwächst, in Stille verharrt.

Station 5 - 8

5. Station: Hassler Wiese – Handbad

Nach der Meditationspause setzen wir den Nadelpfad fort, vorbei an Heidelbeerfeldern und leuchtendgrünen Waldsträuchern. Der Pfad, als Viehtrieb breit ausgetrampelt, entschädigt für den steilen Aufstieg vom Graben her. Dann treten wir auf eine offene Wiese, von der aus man einen herrlichen Blick auf den Spitzkofel und die Jaukengruppe hat. Die dunkle einsame Stimmung des Waldes verflüchtigt sich und macht einer warmen, sonnendurchfluteten Offenheit Platz. Wir überqueren ein kleines Bächlein: jetzt geradezu ideal für ein Armbad. Knien Sie einfach nieder, tauchen die Unterarme in das Wasser, zehn bis fünfzehn Sekunden lang, dann eine Pause, und wiederholen Sie das Ganze. Hernach durchqueren Sie die herrliche Kräuterwiese, deren Geruch sich von dem würzigen Waldaroma ganz deutlich unterscheidet.

6. Station: Langnerhof Raststation

Über die Sonnleit'n kommen wir zum ersten Bauernhof am Oberberg, dem Hasslerbauern und danach zum alten Bachlerhaus. Zwischen Stall und Haus erspäht das Auge eine kleine Kostbarkeit aus der Breitegger-Schule: Ein Wegkreuz mit der Heiligen Dreifaltigkeit, ein Korpus am Kreuz, eine weiße Taube darüber und der gute Gottvater mit einem Weltapfel in der Hand. So wie dieses Haus hier hat beinahe jeder Hof sein eigenes Schutzkreuz, Marterl oder Kondukt. Von hier ist es nicht weit zur Jausenstation Langnerhof am Oberberg, wo wir endlich auch den Geschmackssinn aktivieren können. Mit Hauswürsten und frischgebackenem Brot, geräuchertem Speck und selbstgerührter Butter lässt sich's leben. "Alles hausgemacht", schwärmt der Wirt.

7. Station: Oberpirker Mühle – Atemübung

Auf dem Weg zur Oberpirker Mühle durchqueren wir satte Wiesen, ein kleines Waldstück und atmen Luft, die hie und da von intensiven Gerüchen, verursacht von frischgeschnittenem Holz oder frischaufgeschütteten Misthaufen durchzogen wird. Vorbei geht's an der alten Hauserbauer-Säge, einem schönen Greisenegger-Wegkreuz, an Obst- und Ziergärten und einem hölzernen Feuerwehrturm. Dann, vor einer scharfen Linkskehre stehen wir vor der Oberpirker Mühle, der nächsten Station unseres Weges, und wiederholen die Atemübung, die wir schon an der Graf'n Säge praktiziert haben. Die Wassermühle selbst ist eine der wenigen Kornmühlen, die noch vollständig erhalten sind.

8. Station: Goppelsberger Kirchlein – Tastübung

Wanderer umarmen Bäume

Von der Mühle abwärts folgen wir dem Asphaltweg, entlang einem Eichenrain aus lauter knorrigen Bäumen, vermischt mit jungen Laubbäumen und Haselsträuchern: eine besondere Gelegenheit für unsere nächste Tastübung, die verschiedenen Arten der Baumrinden einmal näher zu betrachten und zu ergründen, die feine Papierrinde der Birken und Buchen, die grobe schwere Hülle der Kastanien und Eichen. Geradezu magisch ziehen die alten Holzriesen den Flaneur an, und laden ein, in ihrem Schatten zu verweilen. Nach einem Rastplatz für müde Leut' treffen wir bald in der Ortschaft Goppelsberg ein, die wie Oberberg ein renoviertes schönes Kirchlein besitzt.

Station 9 - 12

9. Station: Brechlerstub'n - Staunen

Eine Attraktion erwartet uns wenige Schritte weiter. Vorbei am Orterhof neben dem Kirchlein gehen biegen wir in einen Feldweg ein - geradewegs in die "Hölle", einem steilabfallenden Hohlweg zum Auernighof. Auf halben Weg treffen wir auf eine alte Brechlerstub'n, dem Herz der früher weit verbreiteten Leinenerzeugung am Goppelsberg. In diese Gemeinschaftsstube brachten die Bauern die "gerauften" (mit der Wurzel ausgerissenen) Flachsbüschel, die zuvor zwei bis drei Wochen lang auf den Feldern getrocknet und gebleicht wurden. In der Brechlerstub'n wurde der Flachs auf Stellagen über dem Feuer geröstet. Mehr als zehn Bauern halfen zusammen, um aus dem Rohmaterial feines "Werch" (für Hemden und Leintücher) und grobes "Reisten" (für Leinwände und Joppen) zu gewinnen. Bis Ende der 50er Jahre war die Brechlerstube in Betrieb, dann wurde der Tuchmarkt von Baumwollstoffen überschwemmt.

10. Station: Auernighof – Meditation

Am Ende des Viehtriebes im Hohlweg steht eine Rastbank, die sich ideal für eine Meditation eignet. Von hier aus blickt man einmal mehr auf die einprägsame Wetterschleuse zwischen Jauken und Reißkofel, der bekannten Ochsenschlucht. Schließen Sie die Augen und lassen Sie den Senso-Weg bis hierher Revue passieren. Erzählen Sie sich laut die wichtigsten Erlebnisse, spulen Sie diese im Geiste wie im Film ab. Wenn Sie einen Arnikaschnaps mithaben, dann auspacken, Arm- und Beingelenke einreiben. Später, wenn Sie beim Obstgarten des Auernig-Hofs vorbeikommen, sehen Sie eines der schönsten Wegkreuze des Dorfs, einen lebensgroßen Korpus Christi, geschnitzt von einem hiesigen Bergbauern.

11. Station: Nasenbrunnen – Armbad

Nasenbrunnen Armbad am Paracelsus-WegEinige hundert Schritte unterhalb des Auernighofs mündet der Senso-Weg in den Frallacher Weg ein, von wo wir wieder Richtung Ortszentrum gehen, vorbei an schattigen Gräben und sonnigen Plätzchen, mit herrlichem Blick auf die Drauschleife bei Berg. In einem der Gräben hat sich ein unbekannter Künstler ein geschnitztes Denkmal gesetzt, das einem Waldschratt ähnelt und durch seine Nase Wasser lässt: endlich wieder ein guter Schluck sauberes Wassers und dazu ein erfrischendes Armbad. Wir beugen unsere gut aufgewärmten Körper über den Trog und tauchen die Unterarme in das belebend kalte Nass. Zwei, dreimal jeweils zwanzig Sekunden lang, dann schütteln wir die Arme, und der Kreislauf belebt sich von neuem.

12. Station: Dorfplatz – Ende

Die letzte Etappe des Paracelsus-Weges ist rasch erledigt. Auf dem Weg ins Ortszentrum passieren wir mit der Pfarrkirche zu "Maria Geburt" aus dem 12. Jahrhundert und dem verwitterten Karner (Gebeinhaus) aus karolingischer Zeit zwei Sakralbauten, für die sich ein Extra-Besuchsprogramm am Sonntag nach der Messe lohnt. Mit dem Athanasiuskirchlein im Talboden gehören sie zu den ältesten Bauten der Gegend. Sie haben Erdbeben, Hochwasser, Bergstürze, Türkeneinfälle und Brände überstanden. Nicht minder alt, aber leider nicht mehr im Urzustand, sind der Pfarrhof und das älteste Gasthaus im Dorf, die "Schmiede", die im nördlichen Teil des Hauses eine Holzdecke aus dem 11. Jahrhundert verbirgt.

Der Johann Hufnagel-Weg

Johann Hufnagel-Weg

Eine senso-meditative Nachmittagswanderung

Ausgangspunkt der vierstündigen Kulturwanderg ist der Glocknerhof am Ostrand von Berg im Drautal. Wir treffen uns hier nach dem Mittagessen beim Moorheiltretbad in Wandermontur mit Badezeug im Rucksackl. Ziel ist der Emberg, ein schöner Sonnenhang auf der Ostseite des Wildbachgrabens. Bekannt ist der Berg durch das Skigebiet Emberger Alm und durch sein Bad Eisendle, einer eisenhaltigen Quelle. In Vergessenheit geraten ist dagegen der erste Biobauernhof Kärntens, der in der Zwischenkriegszeit Furore machte.

Im Schatten der Mühle beginnt der Hufnagel-Weg ein wenig steil und wird begleitet von alten Fichten zur Linken und einem Rinnsal zur Rechten. Vorbei an Tennisplätzen und einem schattigen Turnplatz im Wald folgen wir dem Hohlweg ins Dörflein und atmen den intensiven Geruch des Jungwaldes. Vom Kriesmayr-Wegkreuz aus gehen wir für eine Weile auf dem Paracelsus-Weg, von dem wir uns später an der Weggabelung Oberberg - Emberg trennen.

Gleich an der Grenze zum Grabenwald wohnte der Mentor unseres Weges, der "Champion der Weitwanderer", Johann Hufnagel. In seinen letzten 20 Lebensjahren wanderte der gebürtige Ungarndeutsche an die hunderttausend Kilometer vom Atlantik bis zum Ural und von Norwegen bis Portugal. Er galt als begnadeter Gesundheitsmensch, Einzelgeher und Wanderexperte. Der Johann war ein echtes Original, dem man schon zu Lebzeiten in einem steirischen Wandermuseum ein Wachsfiguren-Denkmal gesetzt hat.

Station 1 - 4

1. Station: Wasserfall – Fußbad

Unmittelbar nach dem Hufnagelhaus nimmt uns der Grabenwald in seine Arme, wir kommen an der gräflichen Säge und dem Maarmühl-Kreuz vorbei und nehmen die Abzweigung zum Wildbach. Der breite Forstweg überquert den Wildbach im tiefen Graben mehrere Male, bevor wir endlich am Paracelsus-Wasserfall eintreffen. Hier wollen wir ein frisches Fußbad nehmen. Wir legen Socken und Bergschuhe ab und steigen über die spitzen Steine in das kalte Wasser. Das ist ein Tasten und Fühlen, und die Fußsohlen röten sich. Man balanciert sich behutsam durch das Bachwasser und hält die Luft an, bis der Schmerz, verursacht durch die Kälte, abklingt. Das Fußbad ist so auch eine veritable Atemübung. Es hilft gegen alle Arten von Rheuma, Gicht und Nervenleiden, ja sogar Katarrhe, auch vorbeugend.

2. Station: Holzsteg – Meditation

Meditation am Holzsteg am Johann Hufnagel-WegBevor wir die Bergschuhe wieder anziehen, gehen wir die paar Schritte zur nächsten Station barfuß. Diese Übung auf dem Schotterweg soll den Balancesinn schärfen und die empfindlichen Fußsohlen entkrampfen. Hinter dem Wasserfall, nach zwei ineinandergreifenden mächtigen Wasserwehren, trennen wir uns vom Wildbachweg an der Abzweigung Richtung Emberg. Über den Bach führt ein wippender Holzsteg zum anderen Ufer. Hier lassen wir uns nieder und die Füße ins fließende Wasser baumeln. „Der Bach streichelt die Füße“, sagte Johann Hufnagel zu dieser Meditationsübung. Beide Arme nach hinten, den Rücken hohl, den Blick auf die Wasseroberfläche gerichtet und die Füße im eiskalten Wasser. Fünf Minuten Schweigepflicht, einfach Abschalten.

3. Station: Rastbank – Meditation

Wieder beschuht verlassen wir den Bach und begeben uns auf den steilen Anstieg auf den Emberg. Je steiler der Graben nach rechts unten abfällt, desto mehr suchen wir auf dem glitschigen und aufgeweichten Boden festen Halt, denn Geländer und dergleichen stehen hier nicht zur Verfügung. Der Weg, auf dem wir uns nun befinden, ist mit B24 markiert, wir durchqueren einen Mischhochwald mit Tannen, Fichten, Buchen und Haseln. Links ragen steile Granit- und Urgesteinsblöcke aus dem weichen Humus. Von unten streicht aus dem Graben kühler Wind durch den lichten Baumbestand nach oben. Dort, wo der ehemalige Viehtrieb in eine ebene Passage übergeht, wartet eine Rastbank auf den nach Atem ringenden Wanderer: ein ideales Plätzchen für die nächste meditative Ruhepause im Wald.

4. Station: Zochnig-Wiese – Atemübung

Atemübung auf der Zochnig-Wiese am Johann Hufnagel-WegIm Wald queren wir immer wieder Bergrinnen, in denen gefällte Baumstämme den Graben hinunter geschleift werden. Nach wenigen hundert Metern treten wir hinaus auf eine sonnige Lichtung und verlassen den Graben. Der Platz auf der Zochnig-Wiese bietet einen herrlichen Blick hinunter nach Greifenburg und zum dahinter gelegenen Weißensee: ideal für eine Atemübung. Zuerst gehen wir in die Knie und hopsen zweimal im Kreis, dann stehen wir auf, schütteln die Beine und praktizieren eine Art Seilhüpfen ohne Seil, Drehen des Oberkörpers um die eigene Achse, Drehen des Beckens um einen Fixpunkt, einmal nach rechts und dann nach links, und nach jeder Übung Arme und Beine kräftig ausschütteln. Dann Kopfkreisen, Armrudern - nach vor und zurück. Und in die Knie. Wenn sich Puls und Atmung auf die 1000 m Seehöhe eingestellt haben, entspannen: und zwar wieder Rücken an Rücken leicht in die Knie gehen und Muskeln lockern. Nur die Oberschenkel bleiben angespannt.

Station 5 - 8
Gesangsübung - 4 Wanderer
Gesangsübung

5. Station: Schönegat – Gesangsübung

Wir steigen den Berg weiter hoch, nach dem Zochnighof folgt der Marksenhof und ein reichgearbeitetes Wegkreuz aus der Breitegger-Dynastie. Hier zweigen wir links ab und gehen auf einem schattigen Waldweg entlang des Zametter Bachs. Auf dem Hohlweg umrunden wir den Zochnig-Buckel und steigen Schritt um Schritt bergan zum Schönegat, einem Rastplatz auf einer Waldlichtung, die ein weiteres interessantes Wetterkreuz schmückt. Hier legen die Bauern Heiratsgelöbnisse ab und bitten in trockenen Jahren um Regen. Der Rastplatz ist aber auch eine Wonne zum Jausnen, Besinnen der Entspannen – und natürlich zum Singen. Wer gerne singt, soll es hier probieren, am besten mehrstimmig. Es gilt das alte Kärntner Sprichwort: "Ein Kärnter und ein Glaserl Wein - das ist ein halber Gesangsverein."

6. Station: Bad Eisendle – Armbad

Einige hundert Meter weiter beginnt das Eisendle-Anwesen, das sich als "Eisenbad" in der Vergangenheit großer Beliebtheit erfreute. Gerühmt wurde der Eisensäuerling besonders wegen seiner heilenden Wirkung bei Erkrankungen der Atmungsorgane, Verdauungs- und Zirkulationsorgane, bei Gelenksleiden, Gicht, Anämie, Chlerose, Nerven- und Frauenleiden, heißt es in einem alten Bericht über das Wasser. Der Eisendle bietet natürlich auch heute noch Bäder an; von dem rustikalen Beiwerk, Holztrögen und glühenden Steinen ist aber nichts mehr geblieben. Für jene, die sich mit einem Armbad zufrieden geben, steht unterhalb des Bauernhofs ein Brunnen bereit, aus dem die Eisenquelle sprudelt. Schmecken tut das Wasser freilich nicht. Die Arme aber drei-, viermal eingetaucht, wirkt es belebend. Und danach einen Kaffee auf der Sonnenterrasse, und dem trockenen Wandergaumen ist genüge getan.

7. Station: Schader-Kreuz – Atemübung

Vom Eisendle geht es weiter auf einem leicht ansteigenden, breiten Forstweg (B24) Richtung Osten. Der Weg ist nicht sehr beschwerlich und durchquert Laubwälder und Lichtungen. Auch eine alte Seilbahn steht noch, mit deren Hilfe der Stallmist auf die Felder oberhalb der Bauernhöfe transportiert wurde. Wir überqueren das Mühlbachl durch einen schmalen Graben und den Aussichtsplatz am Amser Bichl, bis wir auf das "Schader Kreuz" treffen. Das Gelände unterhalb des Wegkreuzes eignet sich ideal für eine Atemübung: Auf dem Waldboden hinsetzen und den Kopf in den Nacken fallen lassen. Die Beine anwinkeln, die Hände nach hinten abstützen, den Oberkörper aufrecht und den Kopf ins Genick gelegt beginnt man zu zählen. Eins, zwei ... Bei jeder Atmung beugt man den Kopf nach vorne, um die Luftwege zu befreien und um anschließend - beim Ausatmen - den Kopf wieder nach hinten fallen zu lassen. Und das zehnmal hintereinander, bis man schwindlig wird.

8. Station: Eder-Bauer – Grastreten

Grastreten beim Eder Bauern am Johann Hufnagel-WegVom Schader Bichl, dem höchsten Punkt der Wanderung, führt ein Feldweg abwärts durch die sogenannte "Schwagen". Kaum ahnt man, daß hier bis vor wenigen Jahrzehnten noch zwei Bauerhöfe standen. Nur noch einige Stein- und Mauerhaufen erinnern daran. Der Weg ist unbeschwerlich und führt über frisch duftende Bergfluren. Beim Eder, dem ersten Anwesen unter dem Schader Kreuz, verlassen wir den B24-Weg und kreuzen den Hof, auf dem ein Hausbrunnen zu einem Schluck Wasser lädt. Danach, auf dem weichen Wiesenteppich unterhalb, werden die Fußsohlen wieder ein wenig strapaziert: ein natürliches Tasterlebnis. Lassen Sie sich fallen, stülpen Sie die Lunge nach außen und schütteln alle Last des Aufstiegs ab. Sie merken, dass der Gleichgewichtssinn barfuß stärker beansprucht wird und spüren, wie sich die Frische der Bodens auf das Wohlbefinden der Füße überträgt.

Station 9 - 12
4 Wanderer - Gesichtsbad
Gesichtsbad

9. Station: Fleißner-Bauer – Grillenlauschen

Ein paar hundert Schritte weiter mündet der Weg am Gehöft des Hauserle-Bauern in die Emberger Dorfstraße ein. Auch der Hauserle hat ein blumengeschmücktes Marterl zum Herzeigen. Hier ziehen wir uns die Schuhe wieder an, um auf der anschließenden Dorfstraße den Heimweg durch die Emberger Leit'n anzutreten. Den Weg säumen saftige Kräuterwiesen, Maisfelder, Kartoffeläcker und Schafherden. Wenig später, nach einer Tenneneinfahrt, biegen wir nach links auf einen Feldweg ab und gehen dann geradewegs in den Zametter Graben hinunter, durch den ein ansehnliches Bächlein gen Tal plätschert. Es ist eines der wenig beachteten Anzeichen für die Unberührtheit des Bodens und der Natur, wenn die kleinen, schwarzen Erdgrillen in derartigen Massen und so lautstark auftreten, wie sie es hier tun.

10. Station: Zametter Graben – Gesichtsbad

Im Graben übertönt das Rauschen des Bachs alles andere. Es wird merklich kühler, der Bergeinschnitt bringt Schatten und sauberes Wasser zur Erfrischung. Das Wasser hier führt die Eisenquelle vom Emberg mit sich, es ist jedoch bereits stark verdünnt und längst nicht mehr so mineralhältig. Jetzt bitte die Badetücher aus dem Rucksack kramen, ins kalte Wasser tunken, anschließend auswringen und auf Gesicht und Stirn legen. Der Schock des Auflegens verfliegt schnell, und nach wenigen Augenblicken spürt man die belebende Wirkung. Dann wiederholen wir dasselbe auf Armen und Ober- bzw. Unterschenkeln. Wer noch mehr tun will, kann die Tücher mit Kräuteressenzen oder getrockneten Kräutern aromatisieren. Die Berührung mit dem feuchtkalten Wickel verjagt jedenfalls alle Müdigkeit, Atmung und Blutkreislauf werden angeregt und die Lebensgeister kehren zurück.

11. Station: Jagersteig - Reflexübung

Dann marschieren wir zum Bachmann-Hof, wo ein weiteres Marterl den Straßenrand ziert. Vorbei an Haus und Hof, an frisch gemähten Hängen geht's bergab auf dem alten Emberger Güterweg, und von da zurück in den Berger Graben, dem Ausgangspunkt des Senso-Weges. Ein Schotterweg, der B 4, führt in den Grabenwald, nur einige hundert Meter, dann zweigen wir nach links ab, querfeldein durch einen Jungwald. Es ist unsere letzte Etappe, ein selektiver Abschnitt in einem Hain von jungen Fichten, Hasel- und Heidelbeersträuchern, eine Herausforderung für die ganze Sinnesmotorik. Wir streifen durch Unterholz, berühren Nadelbäume und Büsche, tasten durch schattiges Gehölz, doch immer auf dem vorgesehenen Pfad, der später in einen Hohlweg mündet und steil nach unten ins Dorf führt.

12. Station: Moorbad – Wassertreten

Moortreten im Moorkneippbecken vom GlocknerhofÜber den sogenannten Kirchweg (heute 17-Kräuter-Weg) kehren wir zum Glocknerhof zurück. Es ist über 40 Jahre her, dass der Wirt hier die Idee hatte, das Überwasser der Trinkwasserquellen im Zametter Mößl aufzufangen, um es passionierten Kneipp-Fans zum Kuren bereit zu stellen. Am Grund des eigens geschaffenen Beckens sammeln sich Schlamm und Moor an, über deren Heilkraft kein Zweifel besteht. Die wunderheilenden Erdsedimente sind zusammen mit dem mineralhältigen Wasser besonders gegen Krampfadern und rheumatische Beschwerden zu empfehlen. Zuerst die Beine unter der Dusche abstrahlen, dann zwei, drei Runden im knietiefen Moorwasser. Anschließend erneut unter die Dusche und fertig ist das belebende Curriculum.

Anmerkung: Die hier beschriebenen Wege sind jederzeit begehbar, es sollte jedoch auf Natur und Grundbesitzer Rücksicht genommen werden. Einige der angeführten Stationen - wie etwa die Brechlerstub'n auf dem Goppelsberg - sind baulich noch nicht verwirklicht. Übungen und Wegbeschreibungen dienen als Anregung, um Wanderungen abwechslungsreich zu gestalten.

Der 17-Kräuter-Weg

Der 17-Kräuter-Weg

Eine senso-meditative Morgenwanderung

 

Mit dem 17-Kräuter Panoramaweg hat Berg im Drautal seinem 2004 verstorbenen Hotelpionier Adolf Seywald sen. ein Denkmal gesetzt. Adolfo sen. hatte Mitte der 50er Jahre die Idee zum Bau der ersten „Fremdenpension“ mit Kalt- und Warmfließwasser, später dann das erste Freischwimmbad, das erste Hotel mit Hallenbad, die alte Mühle u.v.m. Die Basis dafür waren landwirtschaftliche Produkte wie Speck, Würste, Obst und Hausbrandt, die er weit über die Grenzen des Tals hinaus verkauft hat, bis nach Kitzbühel und Badgastein.

Adolfo sen. war leidenschaftlicher Bauer, Gärtner und Rosenzüchter. Im Winter, wenn es draußen schneite und früh dunkel wurde, experimentierte er in der hauseigenen Schnapsbrennerei mit Obstler, den er im zweiten Brennvorgang mit 17 Kräutern versetzte. So entstand der bekannte 17 Kräuter Schnaps, der weit über die Grenzen hinaus populär wurde. „Jeden Tag ein Stamperl, und man wird 100 Jahre alt“, beteuerte er in Gesellschaft und bei Führungen durchs Haus, auch wenn ihm das hohe Alter selbst nicht beschieden war.

Der 17-Kräuter-Weg ist eine leichte dreistündige Wanderung mit 10 Stationen und verläuft vom Ferienhotel Glocknerhof entlang des Panoramawegs nach Greifenburg und von dort entlang des Gnoppnitzbachs und über die Drauschleife am Talboden sowie St. Athanasius  über die Saurasten und den Berger Wildbach zurück ins Ortszentrum. Er ist bei jedem Wetter begehbar und bietet auch in der Gruppe viel Freude.

 

 

Station 1 - 3

1. Station: Klock am Mühlbach – Atemübung

Ausgangspunkt unseres heutigen Sensoweges ist das Moortretbad beim Glocknerhof. Wir folgen dem Panoramaweg Richtung Greifenburg, vorbei an den zwei Zametterhöfen mit ihren alten Obstgärten, bis wir zum Mühlbach kommen. Dahinter breitet sich eine schöne Wiese aus, ein echter Kraftplatz der Natur. Der sogenannte Klock besteht aus einer alten Harpfen und einem kleinen Hügel, auf dem sich das legendäre Liebesbankl befindet. Hier holen wir mit einer Atemübung neue Energie – und das am besten barfuß. Ziehen Sie die Wanderschuhe aus, stellen Sie sich mit den Beinen schulterbreit auf den Boden, die Knie leicht angewinkelt. Dann fokussieren Sie mit den Augen einen Punkt oder halten sie ganz geschlossen.

Die Atemübung:

Lassen Sie zunächst Ihre Arme seitlich abhängen. Daumen und Zeigefinger berühren sich und bilden einen Kreis.

  1. Bewegen Sie nun die Arme von unten seitlich langsam nach oben, so dass diese sich über dem Kopf berühren – wie eine Hampelmann-Bewegung oder ein Flügelschlag. Während dieser Bewegung durch die Nase tief und langsam in den Bauch einatmen und den Atem (mit den Armen oben) 5 Sekunden halten.
  2. Danach wird die Bewegung umgekehrt, also Arme wieder langsam nach unten bewegen. Sie atmen hierbei (ebenfalls durch die Nase) vollkommen aus. Sie halten auch hierbei den Atem für 5 Sekunden.
  3. Diese Übung dreimal wiederholen. Am Ende der 3. Wiederholung, nachdem der ausgeatmete Zustand 5 Sekunden gehalten wurde, die Arme nach vorne über zum Boden baumeln. Abschließend ausschütteln und entspannen und ruhig weiteratmen.
  4. Dann wiederholen Sie die gesamte zuvor beschriebene Übungssequenz von Punkt 1-4, jedoch ausschließlich mit dem linken Arm. Dann die gesamte Übungssequenz von Punkt 1-4, ausschließlich mit dem rechten Arm.

2. Station: Erni Nass Bank – Kräuterübung

Nach der Atemübung kehren wir die paar Meter zum Mühlbach zurück und steigen dann links neben dem Bachverlauf bergwärts (Panoramaweg). Weiter oben überqueren wir den Bach erneuert und wandern auf dem herrlich duftenden Waldweg weiter, passieren entwurzelte Baumstämme und Lichtungen und genießen den Blick übers Tal. Der Weg verläuft bergauf und bergab; sammeln Sie entlang des Weges beliebige Kräutlein und duftende Pflanzen, die Ihnen vertraut vorkommen, damit die nächste Übung auch klappt. Denn bald treffen wir auf eine kleine Ruhebank, wo auch Erni Nass Kraft schöpft. Sie ist mit weit über 90 Jahren die älteste Wanderführerin im Drautal, kein bisschen leise und begnadet als Kräuterhexe. Setzen Sie sich hin und breiten Sie die gesammelten Kräuter vor sich aus, riechen Sie sie einzeln und legen Sie sie wieder hin. Dann ordnen Sie die Gerüche im Geist zu und vergewissern sich in einem zweiten Durchgang, ob die Zuordnung auch stimmt. Konzentrieren Sie sich und wiederholen Sie die Übung ein paar Mal, sie werden sehen, wie sich der Geist öffnet.

3. Station: Alpenblick – Grastreten

Nach dieser Konzentrationspause setzen wir unseren Weg fort, wir überqueren ein kleines Bächlein, und kommen auf den Amberg oberhalb von Hautzendorf, und passieren ein altes Gehöft, den Bachmann, ein Kräuter-Hexenhaus und ein schönes Wegkreuz sowie einen alten Wasserbassin. Danach geht der Weg asphaltiert weiter, bergab und auf Schotter wieder bergauf. Dann durchqueren wir den Hof der alten Pension Alpenblick, um auf einer herrlichen blumenübersähten Wiese mit einem Wasserteich zu landen. Hier ziehen wir unsere Wanderschuhe aus, um auf den nächsten paar hundert Metern das frische Gras zu fühlen. In China gibt es ein eigenes Frühjahrsfest (Qingming oder Taqing-Fest), das dem Grastreten gewidmet ist. In Bayern hat das Grastreten seit dem 19. Jahrhundert Tradition und kommt aus der Kneipp-Schule. Beim Grastreten geht es einfach darum, die hypersensiblen Fußsohlen zu streicheln, und das angenehme Gefühl frischer Erde und feuchten Bodens zu spüren.

Station 4 - 7

4. Station: Amberger Windmühle – Denksport

Der weitere Weg ist bequem und leicht zu laufen. Bei einer historischen Gedenkstätte, die der Schlacht bei Greifenburg im Jahre 1252 gewidmet ist, erreichen wir die asphaltierte Straße zur Emberger Alm. Gleich gegenüber der Schautafel steht ein schönes Wegkreuz und darüber eine lustige Windmühle, die aus Anlass eines Schulprojekts aufgestellt wurde. Was ist nun der Grund für die Schautafel? Im Talboden darunter lieferten sich die kaiserlichen Streitheere der Görzer und Tiroler den päpstlichen Truppen der Spanheimer vor 800 Jahren ein blutiges Gemetzel um das Erbe der Babenberger, an dessen Ende der Einfluss des Salzburger Erzbischofs mit Besitzungen in Kärnten gefestigt wurde. Das nahe gelegene und gut sichtbare Schloss Greifenburg spielte damals eine wichtige Rolle als Zankapfel. Die Frage ist jetzt, hat sich das mittelalterliche Gemetzel eigentlich gelohnt?

5. Station: Greifenburger Mauthaus – Besichtigung

Wir gehen nun talwärts und passieren den Gartnerhof und dann den Friedhof von Gries mit einem kleinen Kirchlein aus der Spanheimerzeit, die dem hl. Veit gewidmet ist. Wen immer es interessiert: Die westlichen Vorhallenpfeiler der Kirche zeigen zwei schöne eingemauerte, römerzeitliche Inschriftensteine, einer überliefert die fragmentarische Grabinschrift der einheimischen Familie der Antestii und des Gaius Antestius Ambudsuilus, Bürgermeister von Theurnia. Ab dem Mauerschmied-Haus folgen wir dann den Gnoppnitzbach talwärts, bis wir zur Hauptstraße kommen, wo das alte Mauthaus steht. Das unscheinbare denkmalgeschützte Häuschen hatte in früheren Jahrhunderten große Bedeutung, wurden hier doch Zölle und Maut von durchreisenden Kaufleuten eingehoben.

6. Station: Hautzendorfer Waldl - Tastübung

Nach einer kurzen Besichtigung des Mauthäuschens haben wir zwei Optionen zur Fortsetzung unseres 17 Kräuter Weges. Der reizvollere Fichtennadelweg (G17) führt direkt entlang des Gnoppnitzbachs nach Süden, der schlichtere G16 beginnt etwas weiter westlich als asphaltierter Weg und führt als befahrbarer Schotterweg durch den selben Wald. Auf dem G17 bestehen bachab mehrere Möglichkeiten den Gnoppnitzbach (Mautbach) zu überqueren und später durch einen schönen Fichtwald zu schlendern, bevor wir auf das ebene Land hinaustreten, und herrlich weiche Viehweiden unter den Füßen spüren. Nutzen Sie die vielfältige Baumvegetation im Hautzendorfer Waldl, um Ihren oft vernachlässigten Tastsinn neu zu entdecken. Verweilen Sie dort, wo es Sie auch visuell hinzieht, spüren und riechen Sie das Harz und die Rinden. Hier können Sie sich gar nicht verirren.

7. Station: Berger Moos – Wolkenreiten

Wie auch immer Sie durch das kleine Wäldchen laufen, am Ende treffen Sie wieder auf den geschotterten und später unbefestigten Feldweg G16, der kurz vor dem mächtigen Draufluss Richtung Westen abbiegt und dann entlang der Bahngeleise und entlang der „Lauen“, einem stillen „tierisch“ bevölkerten Wasserbett, verläuft. An einigen Stellen sind „Durchgang verboten“-Schilder aufgestellt, die sind aber nicht weiter zu beachten, da es sich hier um einen offiziell ausgeschilderten Weg handelt und keine Gefahr droht. Lediglich dort, wo’s über den Bahndamm geht (den wir aber nicht überqueren müssen), passen Sie auf. Schon bald kommen wir zu einem größeren Rinnsal, dem Ausläufer des Zametter Mühlbachl. wo das Berger Moos, eine riesig schöne Viehweide, beginnt. Hier legen wir uns für eine Rast rücklings zu Boden und zählen für zehn Minuten ruhend die Wolken am Firmament.

Station 8 - 10

8. Station: St. Athanasius - Meditation

Einige hundert Meter weiter treffen wir auf St. Athanasius, eine ehemalige Wallfahrtskirche auf dem freiem Feld. Die 1443 erstmals urkundlich erwähnte Kirche wurde ursprünglich 1485 vom Bischof von Caorle dem heiligen Nonosius geweiht, und mehrfach erweitert. Das ungewöhnliche Aussehen hat das beliebte Kirchlein durch den hohen spätgotischen Chor mit Spitzgiebelhelm, der an ein niedriges, romanisches Langhaus mit einer noch niedrigeren, offenen Vorlaube anschließt. Lassen Sie sich am besten in der schattigen Vorlaube zu einer Meditationsübung nieder. Hier können Sie die Geschichte des Gotteshauses auf einer Zeittafel nachlesen und dann die Gedanken loslassen.

Probieren Sie eine „Reise nach innen“: Setzen Sie sich aufrecht und entspannt hin, mit geradem Rückgrat. Dann lassen Sie Ihr Gewicht senkrecht durch den Körper hinunter sinken auf den Boden, auf dem Sie sitzen, und halten den Geist fest im Körper, auf dass er nicht entweicht und der Gegenwart entkommt. Lassen Sie alle Ihre Pläne, Sorgen und Ängste los, lassen Sie sich wie eine Feder vom Wind tragen. Reisen Sie ohne Gepäck hinein ins Innerste Ihres Seins, dorthin wo die Kraft wohnt, die manche Leute Gott nennen. Spüren Sie langsam die Wärme, die von innen nach außen flutet und den ganzen Körper in Besitz nimmt.

9. Station: Brunner Mühle – Armbad

Oberhalb der Kirche überqueren wir die Bundesstraße, um auf dem mit B26 markierten Rundweg durch die Saurasten zu gehen. Wer jetzt schon müde ist, kann beim Pleschgatter nach rechts abbiegen und direkt zum Glocknerhof zurück gehen. Die fitteren Wanderer biegen nach links ab, um Richtung Dorfzentrum zu marschieren. Wir kommen an einigen schönen neugebauten Häusern vorbei, und gehen dann einige Schritte bergan, um nach einer kleinen Brücke über den Berger Wildbach auf eine kleine Wassermühle zu stoßen, die letzte noch erhaltene von vielen Kornmühlen an diesem Bach. Hier schenken Sie sich ein kurzes Armbad vor dem Nachhauseweg. Knien Sie einfach nieder, tauchen die Unterarme ins Wasser, zehn bis fünfzehn Sekunden lang, dann eine Pause, und wiederholen Sie das ganze. Das Wasser ist erfrischend. Nehmen Sie dann Ihr Badetuch aus dem Rucksack, befeuchten Sie es mit dem frischen Nass und kühlen Sie damit die Stirn. Eine kleine Ruhebank unterhalb der Mühle gibt Ihnen Zeit, ein wenig zu verweilen.

10. Station: Glocknerhof Moorbad – Wassertreten

Auf der letzten Etappe des 17-Kräuter Weges wandern Sie den Berger Wildbach hoch bis zum Dorfplatz und folgen dem Kirchweg Richtung Glocknerhof, vorbei am Kaufhaus, am Ährenhof und am Kriesmayer Wegkreuz durchs „Jenseits“ und dann über den Hohlweg. Am Ende landen wir beim Glocknerhof und nutzen das heilsame Moorbad zum Wassertreten. Kneippen ist eine Behandlungsmethode zur Anregung des Kreislaufs und der arteriellen Durchblutung. Der Kältereiz lässt die Blutgefäße dabei kontrahieren. Gemeinsam mit der Muskelbewegung fördert dies den venösen Blutstrom und beugt Krampfadern vor. Am Abend durchgeführt ist Wassertreten übrigens eine Hilfestellung zum besseren Einschlafen.

Anwendung: Steigen Sie barfuß ins knietiefe kalte Wasser und treten Sie auf der Stelle. Dann schreiten Sie wie ein Flamingo durchs Wasser. Ein Bein sollte dabei immer vollkommen aus dem Wasser herausgezogen, die Fußspitze etwas nach unten gebeugt werden (Storchengang). Nach 30 Sekunden spürt man starkes Kältegefühl in den Füßen und Unterschenkeln. Dann verlassen Sie kurz das kalte Wasser, um die Füße wieder zu erwärmen. Diesen Vorgang wiederholen Sie mehrmals. Nach dem Wassertreten das Wasser lediglich abstreifen (nicht abtrocknen) und zur Erwärmung ein klein wenig Bewegung machen.


Hier geht es zu Gesundheit im Glocknerhof.